Studien

In Kooperation mit klinischen Kollegen führt die Biobank popgen zahlreiche Studien durch. Im Rahmen der Studien wurden und werden studienspezifisch verschiedene Biomaterialien und Daten gewonnen bzw. erhoben. Der Schwerpunkt der meisten Studien liegt auf der Identifizierung von genetischen Risikofaktoren. Einige der ca. 60 Studien/Kohorten der Biobank popgen werden im folgenden kurz dargestellt.

Populationsbasierte Kontrollkohorte

Zwischen 2005 und 2007 wurde eine Kontroll-Kohorte in popgen etabliert, die zunächst primär als Referenzpopulation für genetisch-epidemiologische Fragestellungen diente, um genetische Risikofaktoren für häufige, komplexe Erkrankungen zu identifizieren. Die Kohorte setzt sich aus Personen einer Einwohnermeldeamtsstichprobe und aus Blutspendern zusammen (Alter bei Studienbeginn: 19 - 77 Jahre, 55 % Männer). Zwischen 2010 und 2012 wurden alle Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer zu einer ersten Nachbeobachtung eingeladen und umfangreich untersucht.  Diese gut charakterisierte Kohorte wird auch weiterhin nachbeobachtet. Durch diesen longitudinalen Ansatz ist es möglich, weitere wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten, beispielsweise zu den langfristigen Entstehungsprozessen von chronischen Erkrankungen. Eine genauere Beschreibung der popgen Kontrollen finden Sie hier (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22736164) [doi: 10.1007/s00103-012-1487-2]   

PopGen-Health-Studie

Wie entstehen Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall)? Wie entstehen entzündliche Erkrankungen (z. B. chronisch-entzündliche Haut- oder Darmerkrankungen)? Welche Faktoren beeinflussen die Entstehung von Krebserkrankungen? Nehmen allergische Erkrankungen zu und wenn ja, durch welche Einflüsse ist das bedingt?

Um diese und andere Fragen zu untersuchen, führen wir seit 2018 eine bevölkerungsbasierte Untersuchung zur Erforschung chronischer Zivilisations- und Volkskrankheiten durch. Im Rahmen dieser Studie werden Teilnehmer/innen ab 18 Jahren aus der Stadt Kiel und den umliegenden Gemeinden eingeladen und von uns langfristig wissenschaftlich begleitet. Weitere Informationen finden Sie auch unter Popgen-Health-Studie

Kieler Familienstudie zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Im Rahmen des DFG-geförderten Exzellenzclusters „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen“ wird zusammen mit der 1. Inneren Medizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und dem Institut für Klinische Molekularbiologie der Christian-Albrechts-Universität eine Familienkohorte zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufgebaut. Weitere Informationen finden Sie hier

Genetische Ursachen chronisch-entzündlicher Erkrankungen

In dieser Studie werden im Sinne eines „health-care integrated biobankings” Patienten im Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin am UKSH, Campus Kiel einbezogen, die an einer chronisch-entzündlichen Erkrankung leiden (z. B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa oder Erkrankungen aus dem Rheumatischen Formenkreis). Um fachübergreifende Untersuchungen zu gewährleisten, arbeiten Ambulanzen verschiedener Fachrichtungen eng zusammen.

Untersuchungen bei Sigmadivertikulose/Sigmadivertikulitis:

In Zusammenarbeit mit Prof. Hampe, Universitätsklinikum Dresden und Prof. Schafmayer, UKSH, Campus Kiel wird deutschlandweit eine große Kohorte zu Divertikelleiden (Divertikulitis, Divertikulose) aufgebaut. Ziel dieser Studie ist, genetische Risikofaktoren für Divertikelleiden zu identifizieren.

Studie „FOCUS - Food chain Plus“

In der BMBF-geförderten Studie „Food chain Plus“ (Kooperation mit Prof. Laudes, UKSH, Kiel) wird untersucht, ob bestimmte Ernährungsweisen mit Entzündung im menschlichen Körper zusammenhängen und welche Rolle die genetische Veranlagung hierbei spielt.
Genauere Informationen finden Sie hier http://www.focus.uni-kiel.de/ueber-uns.html

Diverse Studien zu genetische Ursachen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Ein Schwerpunkt der Biobank popgen und des Instituts für Klinische Molekularbiologie, Christian-Albrechts-Universität Kiel, sowie des UKSH, Campus Kiel ist die Erforschung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Insgesamt haben sich in den vergangenen Jahren mehr als 15.000 Teilnehmer in verschiedenen Studien zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. „Kieler Familien-CED-Studie“ und „Genetisch Ursachen chronisch-entzündlicher Erkrankungen“) beteiligt.

Genetische Ursachen der Parodontitis

Diese Studie hat zum Ziel, genetische Risikofaktoren für chronische und aggressive Parodontitis zu identifizieren. In Zusammenarbeit mit Dr. Schäfer (jetzt: Charité Berlin) wurden deutschlandweit entsprechende Patientinnen und Patienten in die Studie eingeschlossen.

Suszeptibilität für EHEC-Infektion und HUS

Im Anschluss an die EHEC-Epidemie im Sommer 2011 wurde in Kiel eine Kohorte von EHEC-Patientinnen und -Patienten aufgebaut und eine erste Nachbefragung durchgeführt. Im Rahmen einer weiteren Nachbeobachtung sollen Spät-/Langzeitfolgen erfasst werden.

Studien im Rahmen des NGFN

Im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) wurden durch popgen in Kooperation mit einer Reihe von Kliniken und Institutionen zahlreiche Kohorten und Fallsammlungen aufgebaut. Ziel dieser Studien war und ist die Identifizierung von genetischen Risikofaktoren für eine vielzahl von Erkrankungen.
Hier sind einige Beispiele genannt:

  • Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
  • Koronare Herzkrankheiten
  • Gallensteine
  • Kolorektalkarzinom
  • Atopie

Genetische Ursachen der Langlebigkeit

In Kooperation mit der Arbeitsgruppe „Gesundes Altern“ (Prof. Almut Nebel, Kiel) sollen genetische Faktoren, die ein gesundes Altern („Langlebigkeit“) begünstigen, identifiziert werden. Dazu bittet popgen alte und hochalte Personen aus ganz Deutschland, an dieser Studie teilzunehmen.
 

Resistenz und Suszeptibilität gegenüber Tuberkulose

In Zusammenarbeit mit dem BMBF-geförderten Verbundprojekt „TB or not TB“ (Resistenz und Suszeptibilität gegenüber Tuberkulose) wurde eine Kohorte zu Tuberkulose aufgebaut. Einbezogen wurden neben Patienten auch Kontaktpersonen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf www.tbornottb.de